Rundtörn mit zwei halben Schlägen binden
Der Törn um Ring oder Stange nimmt den Zug auf, bevor der Rest ihn zu spüren bekommt. Danach kommen zwei gleiche Schläge um die eigene Leine, und die halten nur noch das Ende.
Wir schreiben ihn länger, als er offiziell heißt. Offiziell heißt er "Rundtörn mit zwei halben Schlägen". Das "Anderthalb" setzen wir davor, weil die Leine anderthalb Mal um die Stange läuft und du dir so gleich merkst, wie oft. Alle Knoten im Überblick
Erst um die Stange, dann um sich selbst
Waagerecht liegt die Stange auf jeder Zeichnung, das stehende Part hängt links unter ihr. Bewegt wird allein das kurze Ende, und es hat zwei Aufgaben hintereinander.
Jeden Schritt kannst du auch als Modell drehen. Es lädt erst, wenn du darauf tippst.
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01Einmal ganz um die Stange
Nimm das kurze Ende vor der Stange nach oben, leg es über sie hinweg und bring es hinten herunter. Führ es dort unter der Stange hindurch und vorne wieder hoch, bis es oben über ihr steht. Damit ist die Leine einmal ganz herum und läuft ein weiteres Mal vor der Stange hoch, so wie auf der ersten Zeichnung. Der Törn liegt, gehalten wird noch nichts.
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02Das Ende unter der Stange herausholen
Nimm das Ende oben über die Stange und hinten herunter, bis es unter ihr frei herauskommt. Jetzt hängt es neben dem stehenden Part. Die Törns liegen nebeneinander auf der Stange, nicht übereinander - diese Auflage nimmt gleich den Zug auf.
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03Über das stehende Part
Leg das Ende quer über das stehende Part, das unter der Stange nach unten läuft. Es liegt jetzt oben auf und zeigt zurück nach links. Ab hier geht es nicht mehr um die Stange, sondern nur noch um die eigene Leine.
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04Der erste halbe Schlag
Führ das Ende hinter dem stehenden Part herum und von unten wieder durch die Bucht, die dabei entsteht. Diesen Griff zeigt weder die dritte noch die vierte Zeichnung - er liegt dazwischen. Der Schlag liegt auf der vierten dann offen um das Part und das Ende zeigt nach rechts.
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05Denselben Weg ein zweites Mal
Jetzt kommt der zweite Schlag, und das ist derselbe Griff ein weiteres Mal. Nimm das Ende wieder über das stehende Part und dahinter herum. Es hängt dabei nach unten, die neue Bucht steht noch offen.
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06Und wieder von unten durch
Schließ auch diesen Schlag von unten durch seine eigene Bucht, bis das Ende links wieder herauskommt. Beide Schläge liegen jetzt lose übereinander um das stehende Part, so wie auf der sechsten Zeichnung. Ob du dabei richtig herum geführt hast, siehst du im nächsten Bild.
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07Beide Schläge in dieselbe Richtung
Zieh am Ende, bis der obere Schlag am unteren anliegt. Worauf es dabei ankommt, zeigt die siebte Zeichnung - beide Buchten laufen gleichsinnig um das stehende Part. Läuft die zweite andersherum, halten sich die beiden gegenseitig nicht.
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08Am Schluss festziehen
Zum Schluss ziehst du am stehenden Part und am Ende, bis die Schläge dicht beieinander sitzen. Beide Enden hängen dann nach unten, nebeneinander und in dieselbe Richtung. Oben auf der Stange hat sich seit der zweiten Zeichnung nichts mehr verändert.
Die Stange hält, die Schläge sichern
An Bord halten die meisten Knoten, weil sie sich unter Last selbst festklemmen. Dieser hier verteilt die Arbeit anders, und daher kommt sein zweiteiliger Name.
Leg eine Leine einmal um eine Stange und zieh an einem Ende. Am anderen Ende musst du weniger halten, als du ziehst - die Reibung auf der Auflage nimmt einen Teil davon weg. Je mehr Leine anliegt, desto mehr bleibt dort. Genau das ist der erste Teil dieses Handgriffs, und er steht vor allem anderen.
Alles danach hat deshalb eine andere Aufgabe als sonst. Die beiden halben Schläge müssen die Last nicht tragen. Sie müssen nur verhindern, dass sich der Törn wieder abwickelt - dafür reichen zwei schlichte Schläge, etwas Aufwendigeres braucht es nicht.
Diese Teilung siehst du in den Zeichnungen deutlich. Bild eins und zwei zeigen ausschließlich Leine auf Stange. Ab Bild drei liegt der Törn fertig auf der Stange und ändert sich nicht mehr - das Ende arbeitet von dort an nur noch an der eigenen Leine, ein Stück unterhalb der Auflage. Die acht Zeichnungen zeigen deshalb nicht acht Schritte derselben Sache, sondern zwei Aufgaben nacheinander.
Für die Hände heißt das vor allem eines. Der Törn muss liegen, bevor irgendetwas zieht - die Schläge kommen danach, und für sie hast du dann Zeit.
Wo dieser Knoten aufhört und der Roringstek anfängt
Direkt daneben steht ein Knoten, der fast gleich aussieht und trotzdem einen eigenen Namen trägt. Der Unterschied ist schnell übersehen und trotzdem groß genug, um ihn zu benennen.
Roringstek heißt er, auch Ankerstek, und er verbindet eine Leine ebenfalls dauerhaft mit einem Ring. Wer sich über den Rundtörn informiert, stößt fast zwangsläufig auch auf ihn. Derselbe Knoten ist er trotzdem nicht.
Es geht um einen einzigen Schritt. Der Roringstek fängt genauso an und endet anders - sein erster halber Schlag läuft durch die Törns hindurch, und der zweite fällt weg. Statt zweier Schläge um das Part bleibt einer, und der sitzt an einer anderen Stelle.
Ein Praxisvergleich einer Segelschule beschreibt, was das in der Hand ausmacht. Bei schwierigem Material - dünn, glatt oder nass - sei der Ankerstek der robustere von beiden. Der Rundtörn mit zwei halben Schlägen lasse sich dafür leichter anbringen und unter Spannung leichter handhaben. Wir geben das wieder, gemessen haben wir es nicht.
Im Englischen heißt dieser hier round turn and two half hitches. Daneben läuft die Nebenform Anchor Bend, die wir bewusst nicht als zweiten Namen mitführen - sie meint mal diesen Handgriff und mal den Nachbarn.
Knoten in der Prüfung
Neun Knoten kommen infrage, sieben davon sind in der praktischen Prüfung dran, und sechs müssen sitzen. Kein einzelner Knoten ist damit Pflicht - bestehen kannst du auch, ohne einen bestimmten gezeigt zu haben. Legen allein reicht nicht, du musst zu jedem Knoten auch sagen können, wofür er an Bord gut ist.
Zwischen See und Binnen gibt es bei den Knoten keinen Unterschied. Einzelne andere Aufgaben der praktischen Prüfung gelten ausdrücklich nur für den Seeschein, das Steuern nach Kompass zum Beispiel. Bei keinem der neun Knoten ist das so.
Fragen zum Rundtörn
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Knoten üben, bis sie sitzen
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