Webleinstek binden
Zwei Törns um eine Stange, dazwischen eine Kreuzung, und das Ende klemmt unter dem letzten Törn. Gelegt ist er in Sekunden - und genau daraus folgt auch seine Grenze.
Diesen Knoten schreibt nicht jeder gleich. Bei uns wie offiziell heißt er "Webleinstek", andere schreiben "Webeleinstek" oder "Webeleinenstek" - gemeint ist überall derselbe Knoten. Alle Knoten im Überblick
Was der Webleinstek hält
Er verbindet eine Leine mit etwas Rundem - einer Stange, einem Relingsrohr, dem Auge eines Fenders. Zwei Törns liegen dabei nebeneinander auf der Stange. Der Zug auf der Leine presst sie gegen das Rohr, und dieser Druck hält.
Daraus kommt seine Stärke. Du brauchst kein freies Stangenende, keinen Beschlag und keine zweite Hand für eine Bucht. Er entsteht genau dort, wo die Leine gerade anliegt, und ist fertig, bevor du ihn erklärt hast. Deshalb steht er überall da, wo es schnell gehen muss.
Und genau das ist auch seine Schwäche. Nimmst du den Zug weg, presst nichts mehr - dann liegt da nur noch Leine auf einem Rohr. Seine Grenze: Er hält nur bei gleichmäßigem Zug. Ruckelt die Leine oder dreht sich die Stange, kann er wandern - dann sichert ihn ein halber Schlag.
Gesteckt, gelegt, geworfen
Mehrere Wege bringen die Leine auf die Stange, und am Ende liegt dort jedes Mal dasselbe. Unterschiedlich ist nur, was die Situation gerade zulässt.
Praktisch heißt das - üb einen Weg, bis er im Dunkeln sitzt, statt drei halb zu können. Wir zeigen dir den gesteckten, weil er als einziger überall geht - auch da, wo die Stange gar kein Ende hat, über das sich etwas stülpen ließe.
So entsteht er an der Stange
Die Stange liegt auf den Zeichnungen waagerecht, die Leine kommt von unten. Das stehende Part ist die Seite, aus der später der Zug kommt; das kurze Ende bewegt sich von Bild zu Bild.
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01Einmal ganz herum
Führ das kurze Ende vor der Stange nach oben, oben darüber hinweg und hinten wieder herunter. Unter der Stange kommt es neben dem stehenden Part heraus. Ein voller Törn liegt - mehr hält an dieser Stelle noch nichts.
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02Über das eigene Part
Jetzt kreuzt das Ende die Leine, mit der es gekommen ist. Nimm es vor der Stange schräg nach oben, über den ersten Törn hinweg, bis es über die Stange hinaussteht. Diese Kreuzung ist die Stelle, die am Schluss klemmt.
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03Zur anderen Seite
Leg das Ende von der Kreuzung aus flach weiter über die Stange, auf die Seite, die noch frei ist. Es zeigt jetzt in die Richtung, aus der es gleich ein zweites Mal herumkommt. Am ersten Törn ändert sich dabei nichts, er bleibt liegen, wo er ist.
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04Der zweite Törn
Führ das Ende auf dieser Seite noch einmal um die Stange, in derselben Drehrichtung wie beim ersten Mal - vorn hinauf, oben hinüber, hinten hinunter. Es kommt unter der Stange frei heraus, neben allem, was schon liegt.
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05Unter den letzten Törn
Schieb das Ende zum Schluss unter den Törn, den du gerade gelegt hast, und zieh am stehenden Part. Beide Törns rücken zusammen und pressen sich auf die Stange. Fertig liegen sie dicht nebeneinander, davor die Kreuzung. Aus ihr heraus stehen kurzes Ende und stehendes Part in entgegengesetzte Richtungen.
Webleinstek auf Slip
Bei der Slip-Variante machst du den letzten Schritt nicht mit dem Ende, sondern mit einer Bucht. Statt das kurze Ende unter den letzten Törn zu schieben, schiebst du eine Schlaufe darunter und lässt sie stehen.
Am Halten ändert das nichts. Unter Zug liegen dieselben Törns auf derselben Stange, gepresst von derselben Kraft. Anders ist nur das Aufmachen. Ein Zug am herausstehenden Ende holt die Bucht zurück durch die Wicklung, und die Verbindung ist offen. Niemand muss dafür vorher die Hand an die Stange legen.
Genau dafür ist die Variante da - am Fender, an der Persenning, überall dort, wo etwas nur für dieses eine Manöver halten soll. Umgekehrt hat sie nichts da verloren, wo eine Last hängt, die niemand versehentlich lösen darf. Eine Bucht, die du mit Absicht herausziehst, zieht auch jemand ohne Absicht heraus.
Offiziell zählt sie als eigener Knoten. Den Webleinstek auf Slip führen wir nicht als eigenen Knoten, sondern als Variante beim Webleinstek. Zeichnungen haben wir dafür keine, und ohne Bilder wäre eine eigene Seite eine leere Seite. Deshalb steht er hier, wo er ohnehin hingehört - derselbe Weg mit einem anderen letzten Schritt.
Knoten in der Prüfung
Neun Knoten kommen infrage, sieben davon sind in der praktischen Prüfung dran, und sechs müssen sitzen. Kein einzelner Knoten ist damit Pflicht - bestehen kannst du auch, ohne einen bestimmten gezeigt zu haben. Legen allein reicht nicht, du musst zu jedem Knoten auch sagen können, wofür er an Bord gut ist.
Zwischen See und Binnen gibt es bei den Knoten keinen Unterschied. Einzelne andere Aufgaben der praktischen Prüfung gelten ausdrücklich nur für den Seeschein, das Steuern nach Kompass zum Beispiel. Bei keinem der neun Knoten ist das so.
Fragen zum Webleinstek
Knoten üben, bis sie sitzen
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Vom Knoten zum Bootsführerschein
Dieser Knoten ist einer von vielen an Bord. Den ganzen Weg zum Bootsführerschein gehst du im Bootsbande-Kurs, online und vor Ort.
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